Kein Tag vergeht, ohne dass Massen neuer Fotos von Lady Gaga über die Bildagenturen in die Redaktion schwappen. Jeden Tag taucht Gaga in einem neuen Outfit auf, meistens perfekt aufeinander abgestimmt, sogar das kleinste Accessoire passt und sitzt. Nur diesmal hat Gaga daneben gegriffen.
Fälschung und Original: Lady Gaga, Audrey Hepburn (Bild: Rex Features)
Große Vorbilder zu haben, ist sehr ehrenwert. Aber die Hepburn? Das kann nur danebengehen. Hätte Lady Gaga Maggy Thatcher gewählt, oder Ol' Dirty Bastard, es wäre sicher Grund für eine Jubelarie gewesen. Aber mit Kirmestand um den Hals und Pressglas-Lüstern im Ohr bekommt Gaga definitv keine Einladung zum Frühstück bei Tiffany.
Für ein Audrey-artiges kiloschweres Geschmeide um den Hals hat es nicht gereicht. Und diese fehlenden Kilos lassen sich nicht einfach mit dem Lippenstift wettmachen. Im Gegenteil: Audrey-Hepburn-Lippen sind einfach eine Klasse für sich und freilich unerreicht. Allenfalls Angelina Jolie könnte sich hier hinwagen. Und das ganz ohne Schminke. Ein Desaster ist auch die Ufo-Brille. Was zur Hölle haben die Fliegenaugen mit dem zeitlosen Riesen-Accessoire von Audrey zu tun?
Die Krönung aber ist die Hochsteck-Frisur Der Stylist vergaß, blond nachzufärben und verlor dafür einen Klecks Grün. Das wäre Audrey nie passiert. Überhaupt hat die Kopfkunst rein gar nichts mit dem Vorbild zu tun.
Aber ich lasse den Gaga-Helm einfach mal als Verneigung vor Julija Tymoschenko. Denn Knackis brauchen Freunde, vor allem, wenn sie wegen eines höchst fragwürdigen Verfahrens sitzen. Dafür geht der Punkt an Gaga. Für die Audrey-Kopie gibt's dafür 54 Punkte Abzug.

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